Stinknormal und deshalb spannend!

Eigenbrötler

Eigenbrötler

Wer will schon stinknormal sein?

Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen und uns die Werbung  Glanz und Glamour verspricht. Der Alltag von vielen ist eher gewöhnlich, stinknormal eben. Es gibt Leute die tun alles dafür nicht stinknormal zu sein. Und es gibt wiederum Leute die tun alles dafür dir zu sagen, was du tun musst um nicht stinknormal zu sein. So funktioniert ein schöner Teil unserer so hoch gelobten Konsumgesellschaft.

beats

beats

Der ganz normale Wahnsinn

Ich stelle bei vielen Menschen eine ausgeprägte Identifikation über Marken fest. Werte und Gefühle werden durch Marken ersetzt. Die Werbeindustrie hat Ihren Job gut gemacht und den Menschen als sozioökonomisches System analysiert und die entsprechenden Köder allgegenwärtig ausgelegt. Dieses System funktioniert durch alle Altersschichten und Einkommensklassen recht gut. Angereichert wird das Ganze durch eine mediale und informationstechnische Verbreitung von Idealwerten. Kombiniert wird das Ganze mit dem streben nach Anerkennung, Macht und dem Ausdruck über Statussymbole. So ist dieses System nahezu perfekt.

Genau hinschauen

Genau hinschauen

Gier und Abgestumpftheit ein unheilvolles Paar

Ein solches System will auch gefüttert werden. Immer schneller dreht sich das Karussell der Informations- und Produkteneuheiten. Schlagzeilen die Heute noch interessieren sind Morgen schon vergessen. Kaum ein Thema und erscheint es noch so wichtig, kann sich anhaltende Aufmerksamkeit in den Medien sichern. Schnell macht sich Überdruss breit und die Gier nach neuem medialen Futter treibt das System weiter an. Angereichert wird der schnelllebige Informationscocktail durch Informationen über unsere Stars und Sternchen aus Sport und Showbiz. In der bunten Welt der neuen Produkte zeigt sich ein ähnliches Bild.  Das System verlangt immer nach neuen Innovationen und Produkten und die Herde rennt brav hinterher. In einem solchen System kann man wunderbar mitschwimmen und den Fokus vornehmlich dorthin richten, wonach die eigene Stimmung gerade verlangt.

St. Paul's Cathedral

St. Paul’s Cathedral

stinknormal ist spannender!

Und wo bleibt in diesem System das individuelle, das persönliche, der Mensch?  Hinter der Fassade sieht es nicht so aus wie man uns aus marktwirtschaftlicher Sicht weismachen will. Es ist profaner, mit vielen Sorgen, aber auch vielen Freuden gespickt. Das wirkliche Leben ist mehr als man uns verkaufen will. Das Leben ist stinknormal und deshalb spannend!

Streetphotography, einege  Multimomentstudie

Gerade im normalen Alltag entdecke ich immer wieder interessante Details in meinem Umfeld. Gegebenheiten die mich erfreuen, verblüffen, neugierig machen, traurig stimmen oder einfach Dinge die ich so noch nicht gesehen habe. In den letzten Jahren habe ich versucht, diese Themen oder Momente fotografisch mittels der Streetphotography einzufangen. Dadurch konnte ich meinen Blick  für interessante Alltagssituationen und Details merklich schärfen.

just do it - NIKE

just do it – NIKE

Ich gehe heute viel aufmerksamer durch mein Leben, ob ich nun mit oder ohne Kamera unterwegs bin. Alleine dieser Umstand hat mir persönlich sehr viel gebracht. Wer diese Art der Multimomentstudie der Gesellschaft noch nie gemacht hat, kann oft nur schwer nachvollziehen, welche Faszination davon ausgeht. Viel zu schnell wird diese Form der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft als profane Knipserei und mit der Arbeit der Paparazzi verglichen oder gar als unmoralisch und unanständig bezeichnet. Anfänglich war ich tatsächlich auf der „Jagd“ nach dem Bild. Auch die Herausforderung die Hemmungen abzulegen nahe genug heran zu gehen hatten ihren Reiz. Doch dies hat sich sehr schnell gewandelt und das Erlebnis interessante Momente zu beobachten steht heute im Vordergrund.

alone in the dark

alone in the dark

Wenn es dabei auch noch gelingt diese Momente fotografisch einzufangen ist dies natürlich toll. Das teilen dieser Momente zum Beispiel durch das Zeigen der Bilder im Internet ist eine mögliche Form sich auszutauschen. Das Feedback ist jedoch sehr bescheiden und beschränkt sich in den allermeisten Fällen auf ein wow zum Bild. Über die Geschichte die das Bild erzählt wird sehr selten diskutiert. Auf der einen Seite freut man sich natürlich über Lob, aber weiter bringt einem dies in den wenigsten Fällen, weder fotografisch noch beim Standpunkt zum Thema welches mit dem Bild eventuell dokumentiert wird. Ich beobachte auch hier die Oberflächlichkeit und Effekthascherei wie das heute in der Informationsgesellschaft üblich geworden ist.

Geschichten direkt aus dem Leben, stinknormal eben!

Vielleicht liegt es auch daran, dass ein einzelnes Bild ohne oder mit nur marginalem Kommentar zuwenig erzählt. Das Sprichwort ein Bild sagt mehr als tausend Worte trifft sicher in vielen Belangen zu, aber die Geschichte die man persönlich erlebt hat oder einem erzählt wurde erschliesst sich nur in den wenigsten Fällen kommentarlos. Deshalb möchte ich vermehrt die Geschichten welche hinter den Bildern stehen hier festhalten. Ich habe festgestellt, dass ich nicht der einzige Streetphotograph bin, der sich mit diesem Gedanken befasst. Thomas Leuthard konnte sich auch für diese Idee der Weiterentwicklung begeistern.

Da uns beiden gemein ist, dass wir am Beobachten und Dokumentieren des normalen Lebens Interesse finden, haben wir beschlossen, unsere Geschichten und Bilder auf einer gemeinsamen Plattform zu publizieren. Bei der Namensgebung der Plattform war schnell klar, dass wir zeigen wollen was wir zu erzählen haben.

Geschichten direkt aus dem Leben, stinknormal eben!

Lass dich überraschen wie spannend Geschichten und Bilder direkt aus dem Leben sein können. stinknormal und deshalb spannend!